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Montag, 03.11.2003 - pressemeldung swiss artist music festival - zollikon (zh)
Zürichsee-Zeitung - www.zsz.ch
Gefesselt von Blues bis Ländler
Das 1. Swiss Artist Music Festival am Zürichsee startete mit Erfolg
Im Gemeindesaal Zollikon fand sich am Freitag und Samstag ein bunter Mix aus Schweizer Musikern zusammen. Dem organisierenden Erlenbacher Verein Swiss Artist Music Festival
ist es durch die Darbietungen von Blues, Boogie, Country, Rock und Volksmusik offensichtlich gelungen, ein breites Publikum - auch aus ferneren Regionen - zu begeistern.
Mit Friedrich Nietzsches Zitat "Ein Leben ohne Musik wäre ein Irrtum" begrüsste Gemeindepräsident Hans Glarner am Freitagabend das Publikum zum 1. Swiss
Artist Music Festival am Zürichsee. Nahezu 140 Bluesliebhaber hatten sich erwartungsvoll im stimmigen, mit Blumen geschmückten Gemeindesaal eingefunden. "Ein idealer
Ort für die Austragung unseres ersten Festivals", dankte Hans Jörg Renggli der Gemeindebehörde für das grosszügige Angebot.
Ungeschliffener Blues
Kaum auf der Bühne, drehte The Hardcore Blues Band sogleich tüchtig auf. Ungekünstelt, roh und erdig boten die ursprünglich in der
Trashmetal-Szene angesiedelten Solothurner einen Groove, der die aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörer bis zum Schluss gefangen nahm. Aufheulende
E-Gitarren wechselten sich mit unter die Haut gehenden Intros der Mundharmonikaspielers Marco Bandera ab.
Scheppernder Orgelsound von Brigitte Geiser am Keyboard zog sich durch den melodiösen Song "Stop on your way". Die zierliche und einzige Frau an
diesem Festival hämmerte auch mal stärker auf die Tasten, während Frontmann und Sänger Phipu Gerber ab und an einen Sprung ins Publikum
machte. Der tosende Applaus auch für die Eigenkompositionen liess auf eine aussichtsreiche Zukunft der jungen, spielfreudigen Band schliessen.
Bluesballade und Boogie-Woogie
Einiges ruhiger kam der Chicago Blues der Blues Rooster aus dem Zürcher Oberland daher. Nebst der Bluesballade und einer Instrumentalnummer fand das
wehmütige, von Hamp gesungene "I still count the minutes" besonderen Beifall. Zur Einstimmung in diesen zweiten Konzertteil hatten sich der aus "Hamp Goes
Wild" bekannte Pianist Hanspeter Ruosch zusammen mit seinem 17-jährigen Schüler und Nachwuchstalent Chris Conz (Uster) auf ein gemeinsames, schnelles
Terrain des Boogie-Woogie gewagt.
Grossaufmarsch zur Volksmusik
Weit über 300 Fans von Rolf Raggenbass, Toni Vescoli und Carlo Brunner trafen sich dann am Samstagabend zur "Ethno Country Rock Show". Nach dem Auftakt mit der
zeitgemässen New American Music wechselte der Zumiker Countrysänger Raggenbass mit seiner Country Heart Band bald über zu "züritüütschen"
Liedern. Mundharmonika und Steel-Guitar traten zwischen den Gesängen über "D Games vo de Lüüt" hervor.
Die Begeisterung im Publikum wuchs, als sich Carlo Brunner und Martin Nauer auf die Bühne gesellten. Klar, dass nun mit Klarinette, Saxophon und Akkordeon
lüpfige Ländlermusik zum Zuge kam, die sich darauf mit den Country-Music-Rhythmen von "Liebi ohni Änd" vereinte. Das Publikum, von der Lockerheit
und Fröhlichkeit der Interpreten angesteckt, sang und klatschte begeistert mit. Das fiel leicht, denn die Texte sprechen aus der Seele des Volkes und stammen
vorwiegend aus den Federn von Rolf Raggenbass, John Brack, Silvio Fantauzzi, Carlo Brunner oder wurden aus dem Englischen von Toni Vescoli in
urchiges Schweizerdeutsch übersetzt.
Voll im Takt mit Toni Vescoli
Unter Beifallsstürmen trat später das Urgestein der Schweizer Rockmusik und unermüdlicher Poet persönlich auf die Bühne.
Bereits sein Onkel Werner Huber hatte viele Lieder komponiert. Eines davon, "De Köbel", gab nun Toni Vescoli in einer Rock-'n'-Roll-Version wieder. Vor
seinem Mund die Bluesharp, die schwarze Akustikgitarre umgehängt, klagte er darauf über das "Sitze ime Wartsaal".
"Hey Baby, was isch los?", fragte Vescoli zusammen mit den Ländler-kollegen und der Country Heart Band, die ebenfalls flexibel und musikalisch geschickt
die unterschiedlichsten Töne und Rhythmen anschlug. "Mir sind voll im Takt?" begann Raggenbass aus dem Titelsong seines zweiten Ethno-Albums. Das Publikum
pflichtete ihnen bei, erklatschte sich noch einige Zugaben aus der bunten "Country Music made in Switzerland".
Auf ein nächstes Mal
Nur ungern begaben sich die Zuhörer nach Hause, zum Teil bis ins Toggenburg und in die Innerschweiz. Das kreative Küchen- und aufmerksame Servicepersonal
des Partyservices trug seine Utensilien hinaus in die kalte Nacht. Doch es ist nicht so, dass sich der Vorstand des Erlenbacher Vereins Swiss Artist Music Festival
jetzt zufrieden zurücklehnt. Im Kopf des Präsidenten Hansjörg Renggli kreisen bereits die Ideen für das nächste Festival am Zürichsee.
Quelle: Zürichsee Zeitung Autorin: Ruth Weber
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